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Siedlung der Römischen Kaiserzeit

Landkreis: Stade

Gemeinde: Drochtersen

Gemarkung: Assel

Objektgattung: Gräber/Bestattungen allg.

Südlich der Johann-Grodtmann-Straße befindet sich eine ausgedehnte Fundstelle der Römischen Kaiserzeit. Eine erste Fundmeldung stammt aus dem Jahr 1854 "Bei Ritsch (in der Nähe von Assel) wurde ca. 900 m vom Elbdeiche in einer "Erhöhung" eine Urne mit 20 römischen Kupfermünzen gefunden, desgleichen 6 m tief ein Schiff". Auf Grund dieses Hinweis wurde 1937 im Auftrag des Landes-Museums Hannover von der Wurtenforschungsstelle die Untersuchung einer Flachsiedlung begonnen. 1988 fanden weitere Ausgrabungen durch die Universiät Hamburg (Prof. Ziegert) statt. Sondenprospektionen und Begehungen im Jahr 2012 sollten die Erhaltung und Ausdehnung der Fundstelle klären. Es wurde eine Fläche von 9 ha Grünland begangen. Dabei wurden insgesamt 66 archäologisch relevante Metallfunde entdeckt, deren Mehrzahl sich auf einer Fläche von ca. 5,5 ha befand. Da bewuchsbedingt nicht das komplette Areal begangen werden konnte, ist mit einer Gesamtausdehnung von bis zu 10 ha zu rechnen. Zu den bemerkenswerten Stücken gehört das Fragment einer römischen Silbermünze, die bislang noch unbestimmt ist. In die ältere römische Kaiserzeit sind vier bronzene Fibeln (darunter eine Augenfibel und eine knieförmig gebogene Fibel) und ein bronzener Schildbuckelniet zu datieren. Weiterhin wurde ein achteckiger Bronzebeschlag mit noch anhaftenden Lederresten und zwei Befestigungsstiften geborgen. Das etwa 3 x 3 cm messende Stück dürfte zum Pferdegeschirr gehört haben. Ein weiterer runder Beschlag mit Buckel entspricht einem Exemplar von der Feddersen Wierde Ähnliche Beschläge datieren in das 2./3. Jh. und kommen u.a. in römischen Kastellen wie z.B. Zugmantel vor. Zum Zaumzeug gehört ebenfalls ein mandelförmiger Riemendurchzug mit gerippter, aufgewölbter Kopfplatte und rechteckigem Bügel, der auch aus dem provinzialrömischen Gebiet stammen dürfte. Das Fundspektrum deutet auf eine Siedlung sowie auf völkerwanderungszeitliche Körpergräber hin. Die Altfunde sprechen weiterhin für eine Schiffslände oder Hafenanlage.

Auf der Karte ist nicht der genaue Fundort verzeichnet.